Thea Wilk: Lara - Der Anfang
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Rezension: Lara – Der Anfang von Thea Wilk

 

Lara – Der Anfang

Das Buffet kommt zum Schluss

[Werbung, unbezahlt]

 

 

 

Lara – Der Anfang: Diesen Thriller habe ich tatsächlich mehr oder weniger blind als Taschenbuch gekauft. Ich kannte die Autorin von Lara, Thea Wilk, bislang nicht – zumindest habe ich noch kein Buch von Ihr gelesen. Auch sagte mir der Titel nichts. Normalerweise kommen mir Namen und Titel durchaus bekannt vor, wenn ich über diese schon einmal irgendwo “drübergestolpert” bin, hier war das nicht (wissentlich) der Fall. Das Cover fand ich nicht schlecht, auch wenn es sehr schlicht und dezent gehalten ist. Ich konnte es zumindest gleich der blutigeren Literatur zuordnen. Nun, das war mein gesamtes Vorwissen über Lara und Thea Wilk – Ich habe nicht mal den Klappentext gelesen. 🙂 

 

Die Story

Im Grunde ist die Idee zu Lara nicht schlecht: Das Pärchen Lara und Bobbi möchten den Urlaub im geerbten Strandhaus am Meer verbringen. Da es sich um einen Thriller handelt, liegt der Verdacht nahe, dass das Glück ein wenig blutiger wird, als die Rumpsteaks auf dem Grill. Am Strand ist man auch schön alleine, daher gibt es hier unglaubliches Potenzial für stille und blutige Machenschaften seitens des einen oder anderen Bösewichts. Die Möglichkeiten sind dort nahezu unbegrenzt, das ist der Grundplot für hunderte Seiten Spannung! Gigantische Möglichkeiten! *woistdersmileymitdenherzchenaugen* *augenrollsmiley* 

Thea Wilk: Lara - Der AnfangNun,… jein. Das Potenzial in Lara wurde meiner Meinung nach von Thea Wilk leider nicht optimal ausgeschöpft. Die Basis der Story fand ich super, den Rahmen gut gewebt und die Verflechtungen von Protagonisten gut gesponnen. Was mir fehlte war der durchgehende Spannungsfaden, der das Schiffchen in Bewegung hält. Also … jein. Spannung war durchaus viel vorhanden, wäre da nicht…

Bobbi – die andere Hälfte des Pärchens – war leider dermaßen nervig und fähnchenhaft, dass mir die längere Mitte des Buches etwas unangenehm war. Trotz des eigentlich guten Grundgerüsts fanden sich leider zu viele Wiederholungen von ähnlichen Situationen und Verhaltenszügen im Abendessen, dass ich bei diesen Bereichen lieber gleich auf die Nachspeise gewechselt hätte. Im Verlauf der Geschichte hatte ich auch immer wieder den Eindruck, dass das Gerüst etwas bröckelt. Es war zwar weder falsch, noch löchrig, jedoch wirkte es für mich persönlich etwas zu sehr konstruiert und zu überfrachtet. Manche mögen das bestimmt sehr gerne, fordern es sogar, und können darin bis zur Besinnungslosigkeit in die Achterbahnfahrt eintauchen und nach “mehr!” schreien. Manchmal ist aber vielleicht eine solide Schaukel im eigenen Garten mehr von Nutzen und bringt mehr Freude, als ein riesiger Freizeitpark. Ich mag übrigens Schaukeln.

 

Mein Fazit zu Lara

Lara – Der Anfang: Ein eigentlich guter Thriller mit interessanter Grundstory. Leider war mir die Ausführung etwas “too much” und fühlte sich in einigen Details zu konstruiert an. Auch eine der Hauptfiguren war mir in der längeren Mitte des Buches zu nervig und nahm mir etwas den Lesespaß. Prinzipiell fand ich die Ausdrucksform von Thea Wilk sehr gut, in großen weiten des Buches ließ es sich unglaublich angenehm lesen – vermutlich war das nicht mein letztes Buch von ihr. Auch die Detailgenauigkeit und Spannung kam oft nicht zu kurz und ich konnte in großen Teilen gut in die Geschichte eintauchen.

Thea Wilk: Lara - Der AnfangEinen Punkteabzug möchte ich allerdings bei der Detailumsetzung anbringen. Etwas weniger Konstruktion des großen Rahmens und ein etwas angenehmeren Charakterzug bei Protagonisten hätten meiner Meinung nach der Geschichte gut getan. Das Ende von Lara hat mich tatsächlich noch einmal überrascht und holte ein gutes Stück der Leselaune zurück. Ich war aufgrund der Geschehnisse tatsächlich leicht geplättet. Leider fand ich dann aber den Epilog nicht ganz passend. Dieser vermittelte zwar einen nötigen Handlungsstrang, jedoch vermisste ich dort vollständig den Thrill und das Wesen der vorhergehenden Geschichte. Es wirkte sehr “angedockt” und nicht zum Stil der restlichen Story passend, auch wenn es sich auf diese bezog.

Mein Vorschlag: Lest es selbst! Thea schreibt zwar wirklich gut, aber die Gesamtstory ist vermutlich nicht für jeden Leser im Bereich des Geschmacksradius. Aber zum Glück ist die Bücherwelt ein Buffet: Jeder sollte von dem probieren, das er nicht kennt und das verschlingen, das er am liebsten isst. Ähh, liest 😉

 

Mahlzeit!

 

 

 

Buchreihe: Lara – Der Anfang, Band 1

Genre: Thriller

Verlag: adw (Nova MD)

Erstveröffentlichung: 23. März 2020

Originalsprache: Deutsch

Medium: Taschenbuch

Meine Bewertung:  ★★★

Spielt in: ?

 

 

 

 

 

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