Iris Lieser: Sieben Zwerge für Paulina, fabulus Verlag, Rezension - Bücherschwarm
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Rezension: “Sieben Zwerge für Paulina” von Iris Lieser

 

Märchen!

Wie bescheuert ist das denn?

[Werbung, unbezahlt]

Rezensionsexemplar
 

 

Iris Lieser präsentiert hier kein Märchen: Paulina hat es nicht leicht. In der Schule ist sie eher die Aussenseiterin und bei ihrer Mutter die nichtsnutzige Tochter, die alles falsch macht und für die Trennung der Eltern verantwortlich gemacht wird. Doch damit nicht genug: Ihre Mutter sucht regelrecht nach Dingen, die sie Paulina zur Last legen kann und gibt ihr das Gefühl, nichts richtig machen zu können. Freunde? Fehlanzeige. Diese dürfte sie sowieso nicht mit nachhause bringen. So macht das Leben keinen Spaß und leider wirkt sich das auch auf ihre Noten aus. Ihr Vater ist zwar liebevoll, aber wirklich verstanden fühlt sie sich auch bei ihm nicht. Als ihr Lehrer ihnen dann noch ein Referat über Märchen aufbrummt ist das Maß endgültig voll. Ihre Klassenkameradinnen haben jedoch plötzlich ein verlockendes Angebot für sie. Wenn sie die von ihnen auferlegte Mutprobe besteht, wird sie ein Teil der begehrten Clique. Doch ob das wirklich die Lösung für ihre Probleme ist?

 

Für Kinder ab 12

Beim Stöbern durch die Neuerscheinungen des Fabulus-Verlag entdeckte ich “Sieben Zwerge für Paulina” von Iris Lieser. Der Titel klingt zunächst ein bisschen nach Märchen und der Spiegel auf dem Cover bestärkt diese Vermutung, der Klappentext allerdings wirkt eher neutral. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich neugierig. Was transportiert diese Geschichte? Eine vollständige Märchenadaption mit Zwergen, Hexen und einer böse Königin? Nein, viel besser. Den Leser erwartet eine spannende Jugendgeschichte, mit viel Herz, Wut, Empathie und Hoffnung gemischt mit einem kleinen bisschen Märchen. Diese Kombination ist der Autorin unglaublich gut gelungen und wirkt an keiner Stelle “übertrieben” oder fehl am Platz.

Die gesamte Story über Paulina wirkte sehr rund und liebevoll erdacht, so dass es richtig Freude machte, sie zu lesen. Das Buch wird übrigens ab 12 Jahren empfohlen und das ist meiner Meinung nach durchaus passend. Die Kapitel sind nicht sehr lange, der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Schön fand ich auch den farbigen Schnitt und die etwas dickeren Seiten. Alles in allem ist es wirklich sehr gut gelungen. Doch ist es auch für Erwachsene gedacht? Die Geschichte ist es definitiv. Es gibt viele Emotionen, die man miterleben kann und die auch, zumindest mich, an frühere Zeiten erinnern. Es gab Stellen, da dachte ich bei mir: Ja, ich habe das auch so erlebt und genauso entschieden. Ich habe mitgefiebert, mich mitgefreut und mich auch mit Paulina geärgert, daher ganz klare Empfehlung auch für erwachsene Leser.


Mein Leseeindruck
Iris Lieser: Sieben Zwerge für Paulina, fabulus Verlag
Iris Lieser: Sieben Zwerge für Paulina

Die Neuerscheinung “Sieben Zwerge für Paulina” von Iris Lieser habe ich vom Fabulus-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Eine sehr gut ausgearbeitete Geschichte mit vielen Emotionen, in die man sehr schön eintauchen kann. Es war sehr flüssig und leicht zu lesen, dennoch fehlte zu keinem Zeitpunkt die nötige Tiefe, um wunderbar darin versinken zu können. Die Autorin verarbeitet hier eindrucksvoll die Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens, gepaart mit familiären Problemen und der Entdeckung von Empathie als lohnenswertes Ziel.

Die Anlehnung an ein Märchen ist zu kleinen Teilen der Geschichte deutlich vorhanden, wurde allerdings nur am Rande integriert. Diese Form der Adaption fand ich besonders gelungen, da eine sehr feinfühlige und empathische Story im Vordergrund steht, das Märchen aber hierbei nur den letzten Schliff und einen wichtigen Gegensatz zum Rest der Geschichte verleiht. Die Altersempfehlung “ab 12 Jahre” finde ich aufgrund des Schreibstils und der Thematik gut gewählt. In dieser Altersgruppe kann ich definitiv eine Leseempfehlung geben. Wer als älterer Leser auch gerne mal zu einem Jugendbuch greift, wird mit “Sieben Zwerge für Paulina” sicherlich viel Lesefreude haben.

 

Klappentext

Paulina schiebt Frust. Von den Klassenkameraden ausgegrenzt, von der Mutter ständig angeblafft und für die Trennung der Eltern verantwortlich gemacht, fühlt sie sich einsam und verlassen. Da können auch coole Designerklamotten und teure Geschenke des Vaters nicht helfen. Wegen so einer blöden Deutscharbeit dreht auch noch der Lehrer durch und brummt der Klasse Einzelreferate auf, und die ausgerechnet über Märchen! Wer liest denn heutzutage noch solchen alten Kram! Aber es wird alles anders, glaubt sie, wenn sie die Mutprobe besteht, die ihr die Mädchenclique der Klasse vorschlägt. Dann wird Paulina endlich dazugehören, anerkannt sein, Freundinnen haben, auf Partys gehen. Spieglein, Spieglein an der Wand …

 

Buchreihe: –

Genre: Kinderbuch ab 12 Jahren

Verlag: fabulus Verlag

Erstveröffentlichung: 15. September 2017

Originalsprache: Deutsch

Medium: Hardcover

Meine Bewertung:  ★★★★★

Spielt in: Deutschland

 

 

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