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Rezension: “In Ewigkeit” von Ian Cushing

 

Mächtiger Schreibstil

mit etwas ungewohntem Thema

[Werbung, unbezahlt]

Rezensionsexemplar
 

 

Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich versucht grob herauszufinden um was es eigentlich geht, was für eine Geschichte mich hier erwarten würde. Das war gar nicht so einfach. Ich hatte trotz Klappentext und einer Beschreibung des Autors keine genaue Vorstellung davon, welche Thematik in diesem Buch behandelt werden würde. Ich wusste nur: Ian Cushing hatte letztes Jahr schon einmal ein Buch rausgebracht, was im Zuge der Veröffentlichung von In Ewigkeit aber vom Markt genommen wurde. Dennoch hat mich alles, was ich darüber erfahren habe neugierig gemacht.

In Ewigkeit handelt von einem Mann, dem verschiedene Schicksalsschläge widerfahren sind und in diesem Buch geht es letztendlich darum, wie man damit umgeht, wie er darauf reagiert, was seine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sind. Für mich war der erste Teil des Buches noch sehr interessant. Dieser Teil ist in Romanform geschrieben, man begleitet den Protagonisten, es gibt verschiedene Ereignisse und einige ungeklärte Fragen, die im Laufe des Buches dann aufgeklärt werden. Der Schreibstil von Ian Cushing ist sehr mächtig. Man merkt, dass er sehr genau weiß, wie er mit den Worten spielen und diese punktgenau einsetzen kann. Deshalb war ich am Anfang auch tatsächlich sehr begeistert und das Buch hat mir gut gefallen.

Zum Ende des ersten Teils gibt es dann eine Auflösung, die mir leider gar nicht gefallen hat. Damit konnte ich leider nicht wirklich etwas anfangen. Abgesehen davon, ging mir das Ende des ersten Teils dann aber dennoch etwas zu abrupt. Ob mir die Erklärung inhaltlich gefallen hat oder nicht, sei mal dahingestellt, dennoch hätte ich mir gewünscht hier noch etwas mehr zu erfahren und zu wissen, was mit unserem Protagonisten passiert und wie es danach weitergeht. Stattdessen gibt es hier ein recht plötzliches Ende, während wir im 2. Teil das Tagebuch des Protagonisten lesen dürfen.

Zunächst war ich im 2. Teil sehr skeptische gegenüber dieses Tagebuchs. Zunächst ist nicht viel passiert und durch die distanzierte Erzählform konnte ich leider kaum mit unserem Protagonisten mitfühlen. Das Tagebuch ist relativ realitätsnah geschrieben, denn es gibt einige große Abstände zwischen den Eintragungen, wie es wohl in vielen Tagebüchern der Fall sein wird. Dennoch haben diese großen Zeitsprünge mich auch etwas darin gestört hier wirklich mitfühlen zu können. Eine langsame Entwicklung von Trauer oder anderen Emotionen war nicht nachvollziehbar, weil oft ein Monat oder mehr Zeit dazwischen lag und der Protagonist dann ja schon wieder in einer ganz anderen Stimmung war.

Gegen Ende dieses Tagebuch-Teils sind dann nochmal so einige Dinge passiert, die mich teilweise wirklich zum Schmunzeln gebracht haben. Ich weiß nicht ob der Autor es so gewollt hatte, aber für mich war hier dann schwarzer Humor angesagt. Ich empfand es als urkomisch, was der Protagonist hier auf die Beine gestellt hat und welche Kleinigkeiten ihn dabei beschäftigt haben. Ich war also gegen Ende des Buches nochmal positiv überrascht, wie sich dieser 2. Teil dann entwickelt hat. Betrachte ich das Gesamtwerk rückwirkend, fehlt mir einfach an einigen Stellen etwas mehr.

Wie bereits erwähnt, der Schreibstil ist wirklich großartig, aber dennoch war es für mich nicht ganz rund. Der 2. Teil hatte nur sehr wenig mit dem 1. Teil zu tun und beide Teile hätten auch unabhängig voneinander Sinn ergeben. Dennoch hätte ich mir in beiden Teilen gewünscht mehr zu erfahren. Im 1. Teil war das Ende einfach zu abrupt und im 2. Teil haben mir einfach etwas die Emotionen gefehlt. Diesen Teil hätte ich liebend gerne ebenfalls in der Romanform erlebt. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch einfach nicht so ganz mein Thema war. Aber der Schreibstil von Ian Cushing ist wirklich großartig und ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich mit Themen wie Tod und Sterben beschäftigt und gerne Romane liest, die aus dem Leben gegriffen sind, aber dabei eher düsterer gehalten und vielleicht etwas spirituell angehaucht sind. 

Buchreihe: –

Genre: Roman, Mystery

Verlag: Selfpublishing

Erstveröffentlichung: 2018

Originalsprache: Deutsch

Medium: Taschenbuch

Meine Bewertung:  ★★★

Spielt in: –

 

 

 

 

 

 

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